Ein Spaziergang mit Tolkien

Donnerstag, 13. Februar 2014

Text von Daniel Davis Wood. Übersetzung von Theresa Bach.

Viele von uns hier an der Ecole mögen es, durch den Wald zu streifen und die spektakuläre Aussicht auf die Berge zu geniessen. Aber wie bringen wir unsere Umgebung mit dem Unterricht im Klassenzimmer in Verbindung? Unsere Nachhaltigkeits- und Biologiekurse nutzen die örtlichen Gegebenheiten und auch unsere Kunstkurse gehen oft nach draussen, um Inspiration zu finden.

Heute morgen fanden die Jugendlichen in einem unserer Englisch-Kurse jedoch noch eine ganz andere Möglichkeit …

In einem Englisch-Kurs, der von Alex Cosh unterrichtet wird, und in dem intensives Lesen und Schreiben im Mittelpunkt stehen, erarbeiten Mats, Charon, Yannick und Bob – alle SchülerInnen des Amerikanischen Systems –Werke von J.R.R. Tolkien. Hierbei fokussieren sie auf Tolkiens wissenschaftliche Studien des Volkstums und deren Einfluss auf seine Werke. Vielen ist es neu, dass Tolkien als Neunzehnjähriger die Schweiz besuchte und seine Erinnerungen später als Inspiration für die legendären Orte seiner Fantasiewelt Mittelerde dienten. Die SchülerInnen in Alex’ Kurs wissen inzwischen, dass der malerische Rückzugsort Rivendell aus Tolkiens “Der Hobbit” auf landschaftlichen Besonderheiten des Haslitales basiert, die direkt auf der gegenüberliegenden Talseite zu finden sind.

“They came on unexpected valleys, narrow with steep sides, that opened suddenly at their feet,” schreibt Tolkien über die kleinen Reisenden in “Der Hobbit”, “and they looked down surprised to see trees below them and running water at the bottom. There were gullies that they could almost leap over, but very deep with waterfalls in them. There were dark ravines that one could neither jump over nor climb into.” “From Rivendell to the other side of the Misty Mountains,” erinnert sich Tolkien in einem Brief an seinen Sohn, “the journey... including the [travelers’] glissade down the slithering stones into the pine woods... is based on my adventures in Switzerland in 1911.”

Als Alex’ SchülerInnen heute nach draussen gingen, konnten sie den Text aus ihrem Unterricht direkt mit der Welt um sie herum verbinden – einer einzigartigen Umgebung, die ihnen einen lebendigen Eindruck von der Wahrnehmung des Autors gegeben hat.

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