Die Geographie der Nahrungsmittelproduktion

Donnerstag, 18. Februar 2021

Sarah Schnack, eine unserer neuesten Lehrkräfte an der Ecole, kam letzten Sommer von der International School of Panama zu uns. In diesem Trimester unterrichtet sie einen spannenden neuen Kurs mit dem Titel "The Geography of Food".

Dieser Kurs für jüngere Schülerinnen und Schüler verwendet als Leittext Michael Polins Buch "The Omnivore's Dilemma". Kapitel für Kapitel, lernen die Schüler*innen das industrielle Nahrungsmittelsystem und verschiedene Arten der Lebensmittelproduktion kennen: industrieller Bio-Anbau, lokale, kleinbäuerliche Landwirtschaft bis hin zum Jagen und Sammeln.

Wie in jedem Geografieunterricht setzen sich die Schüler*innen mit der menschlichen Interaktion mit der Umwelt auseinander, in diesem Fall durch die Linse von Nahrungsmitteln. Sie erforschen nicht nur Konzepte, wie z. B. was "Bio" wirklich bedeutet, sondern erwerben auch praktische Fertigkeiten, wie Kartenlesen und Interpretieren von Tabellen und Diagrammen.

Das Thema des Kurses gibt Anlass dazu, kritisches Denken und Argumentieren zu lernen. Sarah erwähnte, dass ihre Schüler*innen aufgrund ihrer „grossen Vielfalt an Hintergründen", sehr unterschiedliche Werte und Erfahrungen im Umgang mit Nahrungsmitteln haben. Dies führt zu lebhaften Diskussionen in der Klasse, zum Beispiel über die Vorzüge oder Nachteile eines Big Mac.

Ein regelmässiges Diskussionsthema in Sarahs Kurs ist die Verwendung von Bewertungen, Vorurteilen und Standpunkten. Sie fordert ihre Schüler*innen auf, z. B. die Art und Weise zu beachten, wie ein Autor ein bestimmtes Argument betont, und darüber nachzudenken, welchen Einfluss dies auf die Botschaft des Autors hat. Solche Diskussionen erweisen sich als fruchtbare Gelegenheiten, sozialwissenschaftliche Konzepte kennenzulernen, die über das Fach Geografie hinausgehen und das intellektuelle Rüstzeug unserer Schülerinnen und Schüler bereichern

Zurück zum Thema Nahrungsmittel! Die Ecole liegt eingebettet zwischen Wald und Bauernhof, und wir haben die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit den Bauern zu kommen, die unsere Lebensmittel produzieren. Wir beziehen einen Grossteil unserer Lebensmittel, vor allem Milch und Fleisch, direkt von Bauern aus der Umgebung, da unser Küchenchef ein leidenschaftlicher Verfechter der nachhaltigen Lebensmittelproduktion ist. So wird der Kurs auch Themen wie Mykologie, die Biologie der Pilze behandeln, mit Ecole-Lehrkräften, die Experten auf diesem faszinierenden Gebiet sind.

Sarah und ihre Schüler*innen geniessen den gemeinsamen Unterricht, und wir freuen uns, dass sie das wichtige Thema Lebensmittel als Perspektive nutzt, ihnen wertvolle intellektuelle Fähigkeiten zu vermitteln.

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