Aufatmen nach der Quarantäne

Freitag, 22. Januar 2021

Wir sind alle erleichtert hier an der Ecole, weil wir unsere Anreise-Quarantäne hinter uns haben! Wir haben uns mit Karuna Richard, unserer stellvertretenden Internatsleiterin und Familienhaupt im Haus Shanti, darüber unterhalten, was die Schüler*innen in der Quarantäne-Zeit für Erfahrungen gemacht haben.

Karuna schickt voran, dass das wichtigste Ziel unseres Covid-19 Schutzkonzepts darin liegt, Sicherheit und Gesundheit für die gesamte Schulgemeinschaft zu gewährleisten, und wie alle hervorragend zusammenarbeiten, um dies zu ermöglichen.

Für die Schülerinnen und Schüler war diese Zeit zu Trimesteranfang eine grosse Herausforderung: Sie hätten sich gewünscht, mit ihren Freundinnen und Freunden aus anderen Ecole-Familien zusammensein zu können, sie haben es vermisst, mit ihren Lehrpersonen und Mitschüler*innen gemeinsam in die Kurse zu starten, und natürlich wären sie gerne einfach unbeschwert draussen im hohen(!) Schnee herumgetollt.

Die Familienhäupter haben die Jugendlichen nach Kräften unterstützt in dieser besonderen Zeit. Ein wichtiges Element war, wie Karuna erwähnt, ihnen zu helfen, ein gutes Gleichgewicht zu finden zwischen Schulstunden und -aufgaben, Zeit vor dem Computerbildschirm und Zeit an der frischen Luft. Sie ermunterten die Schüler*innen, so oft als möglich nach Draussen zu gehen, Spaziergänge zu machen und die dramatischen Wetterverhältnisse auf dem Berg zu geniessen. Bei Bedarf boten sie auch an, mit einem Familienhaupt alleine einen Spaziergang zu machen und so ein offenes Ohr für akute Sorgen und Nöte zu finden.

Die Jugendlichen haben Schneeskulpturen gebaut, sind Schlitteln gegangen und haben natürlich die eine oder andere Schneeballschlacht mitgemacht. Einer der schönsten Momente in diesen zehn Tagen war für Karuna, mit einer Schülerin die Hauspiste hochzuwandern und unter einem rot leuchtenden Abendhimmel wieder herunterzufahren.

Sie sagt, unsere Schülerinnen und Schüler hätten die Herausforderungen der Quarantänezeit mit bemerkenswertem Durchhaltevermögen gemeistert und sich sehr verlässlich an das Schutzkonzept gehalten: “Ich bin immer wieder beeindruckt, wie positiv und bereitwillig die Jugendlichen diese neuen Umstände annehmen und sich einfach dreinschicken.” So haben sie ganz selbstverständlich neue Verantwortung übernommen, zum Beispiel beim Essen abholen oder Post verteilen oder beim Putzen. Die Schüler*innen “waren sich bewusst, dass alle mittragen müssen, damit der Laden läuft.”

Unser ruhiger Start in das neue Trimester hatte auch positive Nebeneffekte. In der Shanti Familie haben die Jugendlichen viel Übung darin bekommen, ihr Frühstück selber zuzubereiten. Sie berichteten vom enormen Anstieg ihrer Lesezeit (juhu!) und genossen es, Gesellschaftsspiele zu spielen oder einfach als Gruppe zusammen zu sein. Und natürlich bot diese intensive Zeit des Zusammenseins unseren Schüler*innen zahlreiche Gelegenheiten zu lernen, ihre Bedürfnisse auszudrücken, sich der Bedürfnisse ihrer Mitbewohnerinnen und Mitbewohner bewusst zu werden und kreative Wege zur Problemlösung zu finden.

So passierte gerade in dieser Zeit viel Lernen, auch über das Schulische hinaus.

Trotzdem sind wir natürlich sehr erleichtert, wieder zu einem "normaleren" Rhythmus an der Ecole zurückgekehrt zu sein, und freuen uns darauf, endlich wieder auf die Skipiste zu gehen!

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