Abermals eine wundervolle 4-Tage-Wanderung!

Freitag, 13. Oktober 2017

Auf unserer diesjährigen 4-Tage-Wanderung sind neun Gruppen von Ecole-SchülerInnen mit Mitarbeitenden täglich 8-15 Kilometer gewandert, mit 300 bis 1000 Meter Höhendifferenz. Die Hochtouren-Gruppe bewegte sich im Gebiet zwischen Gstaad und Sion und bestieg das Wildhorn (3248 m); die Mountainbike Gruppe kurvte in der Nähe von Einsiedeln herum, und alle anderen Gruppen wanderten im Berner Oberland, entweder von der Ecole aus oder dorthin zurück. Die meisten Wandergruppen übernachteten in Zelten, einige in Hütten. Bei ihrer Rückkehr hatten wir die Gelegenheit, Tom Sampson zu interviewen, den Leiter unseres Outdoor Programms.

Marie: Was unternimmt die Ecole, damit alle Wanderungen sicher über die Bühne gehen?
Tom: Wir überarbeiten jedes Jahr unser Sicherheitskonzept, das im Detail alle Standards aufführt, nach denen unsere WanderleiterInnen arbeiten. Zu Jahresbeginn bilden wir unsere Wanderleiter-Gruppen und entscheiden, wer welche Wanderung mit welchem Schwierigkeitsgrad leiten wird. Sobald wir sicher sind, dass wir die richtige Anzahl von Wanderungen mit passenden Schwierigkeitsgraden für unsere SchülerInnen haben, beginnen die WanderleiterInnen mit der Planung ihrer Wanderungen – eine im Norden und eine im Süden: Das gibt uns die grösste Flexibilität bezüglich den Wetterbedingungen. Die Leitenden kennen ihre Wanderungen entweder von früheren Jahren oder rekognoszieren sie bevor die SchülerInnen sich einschreiben. Einige Wochen vor Start des Wanderfensters, machen die SchülerInnen eine Wunschliste von drei Wanderungen, die sie sich vorstellen könnten. Das Team der WanderleiterInnen teilt anschliessend die SchülerInnen in Wandergruppen ein. Auf einer eintägigen Testwanderung können wir uns versichern, dass alle SchülerInnen auf der für sie richten Wanderung eingeteilt sind. Schliesslich sind wir in engem Kontakt mit den Meteorologen von Meteotest. Diese Wetterexperten helfen uns dabei, die beste Zeit für den Start der viertägigen Wanderung zu bestimmen.

Sind euch dieses Jahr besondere Herausforderungen begegnet?
Es versteht sich von selbst, dass es nicht ohne Herausforderungen geht, wenn 120 SchülerInnen und Mitarbeitende vier Tage weg von der Schule auf Wanderung sind! Dieses Jahr hatten wir aber einen sehr erfolgreichen Hike. Abgesehen von einigen Blasen sind alle Wanderungen verletzungsfrei über die Bühne gegangen. Vor der Abreise war allerdings die grösster Herausforderung, die 4-Tage-Wanderung zu planen – wegen des Wetters, vor allem wegen des Schneefalls! Wir hatten Schnee auf 1600 müM Mitte September! Das war ein unüblich kalter und nasser Start in den Herbst. So haben wir auch den Badesee viel seltener besucht als sonst. Dazu kam, dass Ernst, einer unserer erfahrensten Wanderleiter, an einem Volkstanzabend einen Zeh gebrochen hat, und dass einer unserer besten Kletterer einen verletzten Finger von einem Familienabend-Völkerballspiel davontrug. Zum Glück haben wir ein sehr flexibles und gut qualifiziertes Mitarbeiterteam, so dass die SchülerInnen kaum gemerkt haben, dass es Änderungen gab.

Warum sind die Wanderungen deiner Meinung nach so wichtig?
Die SchülerInnen sind oft etwas nervös vor ihrem ersten Hike, und sie kommen jeweils sehr stolz und begeistert zurück! Sie haben dort eine einmalige Gelegenheit, Zeit in der Natur zu verbringen und Minuten oder manchmal auch stundenlang in Stille zu wandern und nachzudenken. Die Wanderungen geben die Möglichkeit, in kleinen Gruppen intensiven Austausch zu haben, mitten im Wald zu kochen, im Freien zu übernachten, oder die Nächte in Hütten oder Zelten zu verbringen. Die SchülerInnen lernen viel über Flora, Fauna und Geographie der Gegend, in der sie wandern, auch über die lokale Geschichte und Landnutzung. Einige der SchülerInnen übernehmen Verantwortung beim Leiten der Gruppe und führen sie durch die Landschaft. Indem sie diese Zeit in der freien Natur verbringen, entwickeln sie ein besseres Verständnis und tieferen Respekt vor der Umwelt, in der wir leben. Natürlich sind die Lektionen, die sie auf der Wanderung lernen, nicht messbar. Aber oft haben sie einen prägenden Einfluss auf das ganze Leben.

Wann ist eine Wanderung für dich erfolgreich verlaufen?
Kurzfristig messe ich den Erfolg der Wanderung am Lärmpegel im Esssaal, wenn die SchülerInnen um 20:30 Uhr wieder zurück sind und ihren FreundInnen alles über die Wanderung erzählen wollen. Und ich kann nur sagen: Es war laut! Längerfristig ist es schön zu beobachten, wie die SchülerInnen von Jahr zu Jahr anspruchsvollere Wanderrouten wählen, und statt die kürzeste Wanderung mit der bequemsten Übernachtungsmöglichkeit eine Wanderung aussuchen, die sie ein wenig aus ihrer Komfortzone herauslocken wird.

Worauf freust du dich jeweils am meisten?
Auf die 6-Tages-Wanderung im Sommertrimester! Zuzuschauen, wie das Selbstvertrauen der SchülerInnen wächst, wenn sie erkennen, zu was sie fähig sind, ist der schönste Beweis dafür, welch hervorragende Lehrmeister die Natur und die Wanderungen sind.

Fotos von der 4-Tage Wanderung hier

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