Recueillement

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Text von Martyn Bryant, Fotos von Parkash Matharu

Während des gesamten Herbsttrimesters arbeitete Alain mit seinen SchülerInnen an Charles Baudelaires Gedicht „Recueillement“, was so viel wie Kontemplation bedeutet. Sie transformierten es in ein französisches Theaterstück.

Das Gedicht beginnt mit den Worten “Sois sage, ô ma Douleur, et tiens-toi plus tranquille” und spricht vom Leid. Die SchülerInnen setzten sich mit dem Gedicht intensiv auseinander und entwickelten ein teils biografisches, teils dramatisches Stück zu Baudelaires Leben.

Die Interpretation springt zwischen dem jungen und dem erwachsenen Charles Baudelaire hin und her. Sie zeigt ihn in seinen jungen Jahren, geprägt vom unruhigen Familienleben, insbesondere mit seinem Stiefvater, der zerstörten Bindung zu seiner Mutter und den turbulenten Beziehungen zu seinen Schwestern. Als Erwachsener hat Baudelaire Mühe mit dem Schreiben, dem Leben und der Liebe zu beiden, seiner schwarzen und seiner weissen Mätresse. In seinen schwersten Zeiten ist der Künstler in ihm Baudelaires Vertrauter. Immer wieder setzen dabei Herr und Frau Weihnachtsmann humorvolle Akzente in diese Biografie.

Das schöne Bühnenbild wurde von Jochen Rettig und einer sehr begabten Schülerin erschaffen, für das Licht sorgten ebenfalls zwei Schüler.

Die SchülerInnen haben das Gedicht so verinnerlicht, dass es für sie eine selbstverständliche Interpretationshilfe in jeder Lebenslage geworden ist, insbesondere im Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen in Paris. Denn das Gedicht endet mit den Worten: “Le soleil moribond s'endormir sous une arche, Et, comme un long linceul traînant à l'Orient, Entends, ma chère, entends la douce Nuit qui marche.”

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