Holocaust und menschliches Verhalten

Freitag, 12. Juni 2015

von Noelle Borders

Als Teil des Kurses “Holocaust und menschliches Verhalten” fuhren Noëlle Borders, Isaac May, Narra Fortin, Hallie Scarborough, Samira Firouz, Dominik Hahn, Felix Benton, Royina Banerjee, Lucas Millership und Mike May nach Dachau in Deutschland, um die KZ-Gedenkstätte zu besuchen. Die Jugendlichen konnten sich kaum vorzustellen, dass Menschen derart grausam sein können: Wie kann der Mensch so tief sinken? Wie ein Mensch andere Menschen – die nichts verbrochen haben - so grausam behandeln? Man hat den Eindruck, als ob die SS es genoss, zu bestrafen.

"Es war eine schmerzliche Erfahrung und sehr schwer zu verarbeiten. In der Gaskammer hielt ich es nicht länger als 30 Sekunden aus, es war einfach zu viel."

Die Lagerstrasse entlang und vorbei an den damals gepflanzten Bäumen laufend, fühlte ich mich so klein. Wenn ich mich schon so nichtig fühlte, wie fühlten sich erst die Häftlinge damals? Denn als das wurden sie angesehen: Nichtig!"

"Bis zu unserem Besuch konnte ich nicht recht glauben, dass dies alles wirklich geschehen war, zu irreal schien es mir. Wir schauten einen Film dazu an und gewisse Szenen liess ich aus; zu grausam war die nicht zu leugnende Wahrheit."

"Kann man den Tätern jemals vergeben?"

"Den Häftlingen half sicher ungemein ihre Solidarität, nicht ganz alle Hoffnung fahren zu lassen."

"Wie muss eine Seele beschaffen sein, dass sie diese Erfahrungen schadlos übersteht?"

Fremden begegnen -- sich begegnen

Weil er uns Angst macht, stellt der Fremde unsere eigene Rolle in der Gesellschaft in Frage.

Ich muss ihn nur ansehen, um zu begreifen, dass auch ich, in den Augen eines anderen, ein Fremder sein kann. Für ihn wäre ich jemand, der ihm Angst macht. Betrachtet man die ganze Menschheit, so kann man schliessen, dass wir allesamt Fremde sind.

Wir alle tragen etwas in uns, das uns nicht gehört, das wir nicht enträtseln, in das wir nicht vordringen können.

Weil er mir auf eine Weise ähnlich ist, erschreckt mich der Fremde. Letztlich fürchte ich ihn nur, weil ich vor mir selbst erschrecke.

Wie, wenn ich der andere wäre?

Die Wahrheit ist: Er gleicht mir.

Elie Wiesel

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