Vipern, nicht wirklich heisse Quellen und italienische Gämsjäger

Mittwoch, 10. Juni 2015

von Martyn Bryant

Die 6-Tage-Wangerung von Guido, Chantal, Katherine und mir erwanderte die Schweizerisch-Italienische Grenzregion westlich von Locarno.

Wir nahmen den Zug bis Intragna im Tessin, und dort sofort das erste Eisbad. Gleich am Flussufer starteten wir unsere exzellente Teamarbeit bei der Befreiung von einigen in einem Tümpel gefangenen Jungfischen. Wir gruben einen Kanal und entliessen sie so in die Freiheit des Flusses. Nach dieser lebensrettenden Aktion für die kleinen Fischlein erklommen wir - vorbei an Esskastanien, Buchen, kleinen Kapellen - den Kamm, immer weiter hoch in Richtung Piazza Ruscada. Dort oben leben Segler, Vögel die im Flug schlafen können. Von hier ging es nordwestlich vorbei an Wacholderbüschen, wildem Thymian, Gutem Heinrich (Chenopodium Bonus - Henricus) - dem Spargel den armen Mannes - über Pässe, kleinere Schneefelder, aufgegebenen Rusticos und die Grenze zu Italien. An Tag drei wanderten wir hinunter in den Lärchenwald des Onsernonetals.

Wir assen Cervelat, Cervelat, Pasta Pesto, von Guido fachmännisch zubereiteten Guten Heinrich, Cervelats, Pasta Pesto, Polenta, Marshmallows, Studentenfutter, und ach ja: Cervelats. Ich weiss bis heute nicht, wer die ganzen Cervelats geschleppt hat, aber es schien einen schier endlosen Vorrat davon zu geben. Der Kaffee wurde in Cowboy-Manier oder "türkisch" serviert, beides bezeichnet die gleiche rustikale Aufbrühmethode.

An Tag vier wurden wir zum ersten Mal nass und eine Schülerin verstauchte sich den Fuss auf dem Weg nach Passa dell' Omo. Noch heute sind wir den italienischen Jägern zutiefst dankbar dafür, dass sie halfen, die Schülerin im Huckepack bis Spruga zu tragen.

Tag fünf und sechs nutzen wir zur Erholung und um alle nassen Kleider am Feuer zu trocknen, eroberten das untere Onsernonetal auf der Suche nach Guido’s Lieblingsbäumen (von denen gibt es einige!), gingen Vipern aus dem Weg und badeten in den nicht wirklich heissen Quellen von Bagni de Craveggia mit Kauquappen, denen gerade die Beinchen gewachsen waren.

Es war eine tolle Wanderung, auch wenn einige von uns mit gemischten Gefühlen unterwegs waren, da dies ihre letzte Ecole-Wanderung war.

Ich persönlich kann ja kaum die 4-Tage-Wanduerung im Herbst erwarten.

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