Blueberries, Blueberries Everywhere

Samstag, 07. September 2013

Text von Daniel Davis Wood. Übersetzung von Theresa Bach.

Von all den langjährigen Traditionen hier an der Ecole d'Humanité ist die Blaubeerwanderung wohl die leckerste. Jeden September, zu Beginn des neuen Schuljahres, gehen alle SchülerInnen mit ihren Ecole-Familien in die Berge und suchen frische Blaubeeren. Dabei können sich Familienmitglieder besser kennenlernen und für neue SchülerInnen ist es eine besonders schöne Art zu erfahren, was die Ecole ausserhalb des Klassenzimmers noch zu bieten hat. Jede Ecole-Familie pflückt in einem anderen Gebiet am Hasliberg – die frisch gepflückten Beeren werden entweder direkt vor Ort verspeist oder später in eine köstliche Leckerei verwandelt. Weder die Wanderrouten der verschiedenen Familien sind identisch, noch die Produkte, die aus den Beeren entstehen. Die diesjährige Blaubeerwanderung fand gestern statt. SchülerInnen aus verschiedenen Familien berichten von ihren Eindrücken …

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Osthaus Unten

Lousia – eine neue Schülerin im Osthaus Unten – zeigt ihre Hände; violett von Blaubeersaft.
 

Jody Lam: Bei wunderschönem Wetter marschierten wir zu zehnt von der Ecole aus los – zuerst nach Reuti, um die Gondel nach Mägisalp zu nehmen. Von dort aus wanderten wir hinüber nach Käserstatt und den Berg hinunter nach Balisalp. Unterwegs pflückten wir Blaubeeren und folgten dem "Zwergenweg zum Bannwald" – einem Weg mit Erlebnisposten, der sich auf die Geschichten der ortsansässigen Zwerge bezieht. Wir sahen ein Baumhaus, ein weiteres winziges Häuschen und eine Art Zugstrecke in den Bäumen, um den Zwergen zu helfen, sich von Baum zu Baum zu bewegen. Schliesslich fanden wir weiter unten einen schönen Flecken mit Blaubeeren. Unsere Familienhäupter hatten die Idee, einen Wettbewerb zu veranstalten: In Teams zu zwei Personen sollten wir schauen, wer die meisten Blaubeeren pflücken kann. Den Gewinnern sollte die Entscheidung obliegen, wie die Blaubeeren später verwendet würden. Zu Beginn sahen wir nur wenige Blaubeeren, aber als wir den kleinen Pfad hinaufstiegen, entdeckten wir, dass die Beeren um uns herum riesig waren. Nach einer Stunde des Pflückens fanden wir einen Ort zum Mittagessen. Wir machten ein Feuer und grillten Cervelats; danach Marshmallows. Das war ein ruhiger Teil des Tages. Zum Schluss wanderten wir zur Ecole zurück und wogen im Osthaus unsere Beeren. Insgesamt hatten wir 2.4 kg gesammelt. Es gab Blaubeersauce für die Eiscreme, einen Blaubeerkuchen und Blaubeer-Eierkuchen. Alles war sehr lecker!

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Haus am Bach

Murod füllt seine Hände mit blauen Leckerbissen.
 

Sebastian Alvarado: Etwa 9:30 Uhr brachen wir Richtung Gummenalp auf. Es war ein bisschen neblig, aber wir konnten die Sonne hinter den Wolken spüren. Zunächst wurden wir von unseren Familienhäuptern bergauf geführt – anderen Ecole-Familien hinterher. Unsere Gruppe kam so schnell voran, dass wir bald vorausgingen und die gesamte Haus-Sandra-Familie überholten – sie waren sehr, sehr langsam! Wir unterhielten uns kurz mit Alain, einem Familienhaupt vom Haus Sandra, und gingen weiter. Zehn Minuten liefen wir durch den Wald, bis wir an einen kleinen Kuhstall kamen – wir hielten an und streichelten die Kälber. Später machten wir ein Feuer neben einem kleinen Flüsschen und kochten Mittagessen. Hier pflückten wir auch unsere Blaubeeren.Laïs Bürki: Wir wanderten vier Stunden zur Gummenalp. Der Aufstieg war sehr schön und oben angekommen kochten wir Mittagessen. Bald nach dem Essen verteilten wir uns, um Blaubeeren zu sammeln. Ich selber habe nicht so viele gesammelt – ich habe mich ein bisschen ausgeruht und einfach in den Mund gepflückt … ;-)

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Haus am Hang

Mats pflückt Blaubeeren von den Büschen um Balisalp.
 

Hallie Scarbrough: Die Blaubeerwanderung meiner Familie fing mit Snacks an: Mars, Äpfel, Farmer Crunchy. Danach liefen wir zur Gondel nach Wasserwendi, mit der wir auf den Berg fuhren. Dort genossen wir den wunderschönen Ausblick und gingen anschliessend bergab. Wirklich! – Wir liefen für den Rest des Tages den Berg hinunter. Oft blieben wir stehen um die Umgebung zu geniessen und niedliche Murmeltiere zu beobachten, die in den Bergen spielten. Wir pflückten einen ganzen Eimer Blaubeeren, gingen zurück nach Hause, legten unsere Schürzen um und backten Blaubeermuffins und Blaubeerkuchen. Lecker! Nach dem Backen hatten wir sogar noch einige Blaubeeren übrig. Das war unsere erste Familienwanderung und sie war ein voller Erfolg!

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Bis zum nächsten Jahr um diese Zeit werden wir keine Blaubeeren mehr sammeln, obwohl es noch viele weitere Wanderungen geben wird. In nur zwei oder drei Wochen werden die SchülerInnen für die erste grosse Wanderung des Schuljahres 2013–2014 in die Berge gehen – für insgesamt 4 Tage.

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