Jetzt werden wir nicht mehr sagen können,
wir hätten von nichts gewusst!

Sophie Deiss (15)

Wenn man den GAU von Tschernobyl mit seine schweren Folgen richtig mitbekommen hat, müsste man eigentlich annehmen, dass sie - und damit meine ich alle: Politiker, Atomkraftbetreiber, auch die Leute, die direkt von der Katastrophe betroffen sind und die Menschen, in deren Ländern sich ebenfalls Kernkraftwerke befinden- dass sie alle doch einsehen müssten, dass kein Kernkraftwerk zu 100% sicher ist! Sie sollten doch begreifen, dass dasselbe, oder eine noch viel grössere Katastrophe nochmals geschehen kann. Auch im eigenen Land. Aber viele haben Angst davor. Sie schieben dieses Thema von sich, wollen nicht damit konfrontiert werden und sagen, dass die Kernkraftwerke für den vielen Strom, der überall gebraucht wird, nötig sind.

Auch ich ertappe mich hin und wieder dabei, solche schwierigen, gesellschaftlichen Themen, zu denen beispielsweise auch Krieg, Umweltzerstörung und Hungersnot dazugehören, einfach ein wenig von mir zu schieben. So richtig feige und bequem! Man denkt sich, in der Schweiz wird nie etwas in der Art passieren. Unsere Kernkraftwerke sind sicher. Alles in der Schweiz ist sicher, es kann gar nichts passieren! Bei solchen Worten springe ich wieder auf und werde zornig. Doch was nützt das, wenn viele Einzelne im stillen, kleinen Bekanntenkreis vor sich herschimpfen und in Gedanken die verdammen, die sich taub stellen. Tun wir es nicht auch? Als das Unglück in Tschernobyl passierte, war ich noch ganz klein. Meine Mutter ging mit mir auf grosse Demonstrationen gegen die Kernkraftwerke in der Schweiz. Aber wo sind all die Demonstranten heute? Unsere Kernkraftwerke gibt es immer noch, obwohl alle inzwischen wissen sollten, dass diese, wenn auch nur ein “kleiner” Unfall geschehen würde, eine lebensbedrohende Katastrophe auslösen könnten.

Ich wünsche allen, die die Wut und Angst gegen Kernkraftwerke und die allgemeine Zerstörung der Welt und des Lebens in sich tragen und sie aus Faulheit, Mutlosigkeit oder Scheu nicht rauslassen,dass sie “Die Wolke” von Gudrun Pausewang lesen und sich mit den neuen oder intensiver gewordenen Gefühlen, die sich aus den Gedanken über das Buch bilden, wieder offen gegen die Kernkraftwerke einsetzen!