Florian Sax
Im Grossen und Ganzen fand ich dieses Buch sehr gut und es beeindruckte mich sehr, doch als Autor hätte ich es viel detaillierter geschrieben. Ich hätte versucht, viel mehr Gefühle aufs Blatt zu bringen. Z. B. beim Tod seiner Mutter, oder bei der Szene mit Andreas Mord. Mord oder Sterbehilfe?
In dieses Szene liegt ein Junge (Andreas), der am Bombentag seine Beine verloren hat in einem Kinderwagen. Er hat einen Strick um den Hals, dessen Ende an einem Ast befestigt ist. Andreas bittet Roland, die Hauptperson des Buches, den Kinderwagen wegzuschieben. Dieser tut es dann auch, nach kurzem Überlegen. Ich finde es nicht schlecht, dass die Hauptperson des Buches Sterbehilfe leistet, denn was ist der Sinn davon, wenn ein Mensch, in diesem Falle Andreas, grauenhafte Schmerzen hat und diese vielleicht wochenlang mit sich rumschleppen muss, bis ihn die Natur davon befreit? Ich glaube, ich könnte den Kinderwagen nicht wegstossen, aber ich bin auch nicht in dieser Situation. Wenn ich es wäre, könnte ich es sicher viel eher.
Was ich mir an dem Buch nicht so gut vorstellen kann, ist, dass ganz Europa auf einen Schlag mit nuklearen Waffen bombardiert werden könnte, denn praktisch alle politischen Konflikte, bei denen nukleare Waffen mitspielten, waren zwischen Komunisten und den Vereinigten Staaten. Manchmal mischelte Irak und Co. noch ein bisschen mit. Aber Mitteleuropa blieb praktisch immer aussen vor. Weshalb sollte dann plötzlich jemand aus heiterem Himmel halb Europa auslöschen wollen? Und woher sollte er die finanzielle Unterstützung nehmen?
Ich bin recht gespannt, was mich mit der Wolke erwartet, vor allem, weil ich weiss, dass es nach Tschernobyl geschrieben wurde (was bei diesem Buch nicht der Fall war) und daher, mit der Erfahrung von Tschernobyl, viele "echte" Szenen auftreten werden.
Das Thema "Nukleare Unglücke", interessiert mich sehr, deshalb habe ich dieses Buch auch gewählt.
« Die Wolke» von Gudrun Pausewang: Was danach passierte.
Seither sind ein bisschen mehr als zwei Jahre vergangen und sie leben nun alle, d. h. Almut, Reinhard, Paps, die Grossmutter, Oma Berta, Opa Hans Georg, die zwei Mdchen, sie sind jetzt schon etwas grösser, und Janna-Berta in einem 2 Familien-Haus.
Oma Berta und Opa Hans Georg haben ihren Herzkollaps, der sie nach Janna-Bertas Erzhlung übermannte, glücklicherweise überlebt. Waren danach aber monatelang psychisch krank. Jetzt sind sie alle wieder lustiger, obwohl es ab und zu vorkommt, dass noch jemand an der Strahlenkrankheit stirbt.
Etwas was alle sehr bedrückt, ist, dass es so gut wie keine ungeschädigten Kleinkinder gibt, aber es ist nicht mehr ganz so schlimm, wie bei den ersten Geburten nach der Katastrophe.
Man kann schon wieder einige deutsche Esswaren essen, sie sind zwar noch immer verseucht, aber es hält sich noch in Grenzen.