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Mittwoch, 15. Juni 2011

Meiringen  |  14. Juni 2011

Alte Weisen jung und rein gesungen

Pfingstabend-Konzert der Ecole d'Humanité

Das Singensemble der Ecole d'Humanité in Hasliberg gab in der Michaelskirche in Meiringen am Pfingstabend ein stimmungsvolles Konzert. Ergänzt wurden Lieder aus der Renaissancezeit mit zwei Arien aus italienischen Barockwerken und mit Instrumentalstücken.

Das Singensemble und das Streichquartett der Ecole d'Humanité im Chor der Kirche Meiringen.

Das Singensemble und das Streichquartett der Ecole d'Humanité im Chor der Kirche Meiringen.

Fotos: Anne-Marie Günter

«Nun ruhen alle Wälder». So steht es in einem Choral von Johann Sebastian Bach. Es geht um Nacht und Tod und die Bitte um einen seligen Schlaf, beschützt von Gottes Engelschar. Mit diesem Choral entliess das Singensemble der Ecole d'Humanité sein Publikum nach einer musikalischen Feierstunde in die noch helle Pfingstnacht. Musik, die wie keine andere Ruhe und eine grosse Zuversicht ausströmt. Irgendwie zuversichtlich stimmte auch die Darbietung. Nicht nur, weil es unter den Schülerinnen und Schülern sehr begabte Sängerinnen und Sänger gibt. Sondern auch, weil andere Jugendliche aus der Schule, die vielleicht mit alten Liedern nicht so viel anfangen können, da waren und ihren Kolleginnen und Kollegen zuhörten. Zu spüren war ein gewisser Respekt vor dem, was man zwar vielleicht nicht so ganz nachvollziehen kann, was aber anderen Mitschülern wichtig ist. Dass einer kleinen Gruppe das Singen wichtig ist, bewies sie unter der engagierten Leitung von Ernst Thöni mit der feinfühligen Interpretation von geistlichen und weltlichen Liedern.


Liebe in der Renaissance

Ein Teil der Lieder, welche die jungen Sängerinnen und Säger auf ihren Notenblättern hatten, stand ihnen auch ziemlich nahe, selbst wenn er in der wohlklingenden Mehrstimmigkeit von Renaissance-Musik daherkam. Es ging um die Liebe, sei es in «Ay linda amiga», einem spanischen Volkslied aus dem 16. Jahrhundert, oder in Toniot Arbeaus «Belle qui tiens ma vie», einem typischen tänzerisch-klaren Renaissancelied. Gesungen wurde zum Teil a cappella, zum Teil begleitet von einem Streicherquartett. Sehr schön waren die Instrumentaleinlagen mit Streichern und Flöten, wobei die Blockflöten in der hervorragenden Akkustik der Kirche Meiringen all ihre Klangfarben voll entwickeln konnten. Gespielt wurden Werke von Thomas Morley und Michael East, zwei englischen Komponisten. Insbesondere das gespielte «April is in my mistress' face» von Morley ist heute vielleicht das bekannteste englische Madrigal. Ganz in die Barockzeit, und zwar nach Italien, entführte die Sopranistin Sofia Livotow die Konzertbesucher. Sie sang zwei Arien, eine von Alessandro Scarlatti und eine von Benedetto Marcello, mit einer sehr klaren, ausdruckstarken Stimme, fein und gefühlvoll in leisen Partien und kräftig, wenn es um Gefühlsausbrüche ging. Begleitet wurde sie auf der Orgel. Die in Russland geborene Sängerin studiert gegenwärtig an der Hochschule Luzern Gesang und gibt Klavierunterricht in der Ecole d'Humanité.


Die Holzsäulen der Michaelskirche prägen den visuellen Eindruck eines Konzerts mit.

Die Holzsäulen der Michaelskirche prägen den visuellen Eindruck eines Konzerts mit.


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Artikelinfo

  • Artikel Nr. 112042
  • 14.06.2011, 15.20 Uhr
  • Autor/in: Anne-Marie Günter
  • Seitenaufrufe: 172
  • Ausdruck vom: 15.06.2011



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